Agentic Engineering: 100+ SEO-Projekte allein mit KI
KI-Zusammenfassung
- Fabian entließ alle zehn Entwickler im Mai 2025, weil sie KI-Coding ablehnten, und realisierte seitdem über 100 Projekte allein mit Cursor.
- Agentic Engineering unterscheidet sich von Vibe Coding dadurch, dass die KI nach definierten Regeln arbeitet und der Entwickler jeden Code kontrolliert, statt einfach draufloszupromten.
- Fabian verwaltet neun bis 15 gleichzeitige Projekte auf drei Monitoren mit eindeutigen Ports und betont, dass das menschliche Gedächtnis und Denken, nicht die KI, der limitierende Faktor ist.
- Seine SEO-Strategie kombiniert KI-Wikis mit tausenden Unterseiten, Affiliate-Seiten und Linkbuilding über Eventkalender in über 200 Ländern, wobei die Strategieentwicklung vom Menschen kommen muss.
Automatisch mit KI erstellt, die Details stehen im Artikel.
Inhaltsverzeichnis
Ich wollte schon länger mit Fabian sprechen. Immer wieder bin ich auf seine Arbeit gestoßen, und ich hatte das Gefühl, da passiert gerade etwas, das die meisten von uns noch gar nicht richtig auf dem Schirm haben. Als ich dann hörte, dass er alle zehn seiner Entwickler entlassen hat, weil sie KI-Coding ablehnten, und seitdem alles selbst baut, war für mich klar: den muss ich in den Podcast holen. Was dann in unserem Gespräch herauskam, hat mich ehrlich gesagt an ein paar Stellen ziemlich sprachlos gemacht.
Zum Video:
Vom Ärger mit Entwicklern zur Ein-Mann-Softwareschmiede
Fabian ist Gründer des SEO Days, einer der bekanntesten SEO-Konferenzen im deutschsprachigen Raum. Und er ist eigentlich gelernter Softwareentwickler, hat sich in den letzten Jahren aber mehr um sein Unternehmen gekümmert als um Code.
Der Auslöser für seine Kehrtwende war ziemlich konkret: Er ärgerte sich über sein Entwickler-Team, das ihm wieder mal erklärte, warum etwas so lange dauert. Zwei Entwickler, Frontend und Backend, für eine kleine Anwendung. Er setzte sich hin, baute sie selbst, und stellte fest, dass es eigentlich gar nicht so schwer war.
Er stellte seinem Team die Wahl. Alle zehn sagten Nein. Alle zehn glaubten nicht daran, dass KI-Coding funktioniert. Er beendete die Zusammenarbeit. Das war im Mai 2025.
"Heute können sie es nicht mehr verhindern." - Fabian
Ich fand das mutig, denn es war ein echter unternehmerischer Schritt mitten in laufenden Projekten. Und das Ergebnis nach gut einem Jahr? Über 100 Projekte, alleine.
Der Moment, der alles verändert hat
Mich hat interessiert, wann ein solcher Moment kippt und wann man zum ersten Mal wirklich denkt: Okay, ich brauche kein Team mehr.
Für Fabian war es Cursor. ChatGPT hatte er vorher auch probiert, aber Cursor hat ihm zum ersten Mal echte Projektdateien auf der Festplatte erzeugt, eine richtige Codebasis, keine kopierten HTML-Schnipsel mehr.
"Innerhalb von drei Minuten hatte ich ein gesamtes Projekt. Das war wie das erste Mal ein Maschinengewehr abfeuern." - Fabian
Er hat mir erzählt, dass er danach wochenlang nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen hat, weil er einfach nicht aufhören konnte. Er hat sogar seine Freundin mitgezogen, die eigentlich WordPress-Webdesignerin war und inzwischen selbst eine Software für logopädische Praxen baut. Ich kenne dieses Gefühl ein bisschen, auch wenn ich noch weit von 100 Projekten entfernt bin.
KI-Automation für SEO Workshop: Prompts, Agenten und APIs
Zwei Tage, in denen dein Team eigene KI-Agenten für SEO- und Content-Aufgaben baut: Prompt-Engineering, Custom GPTs und Copilot-Agenten, Keyword-Clustering, Content-Pipelines und Automatisierung über APIs. Jeder baut am Ende einen eigenen Agenten.
Vibe Coding vs. Agentic Engineering: Ein wichtiger Unterschied
An dem Punkt wurde es für mich richtig interessant, weil wir einen Begriff auseinandergenommen haben, den viele durcheinanderbringen.
Vibe Coding bedeutet: Du promptest drauflos, hoffst, dass etwas rauskommt, verstehst aber nicht wirklich, was der Code macht. Gut für schnelle Prototypen, für Oberflächen, für erste Ideen. Aber nicht tragfähig, wenn es komplex wird.
Agentic Engineering ist etwas anderes. Fabian kennt seinen Code. Er hat ihn definiert, er versteht ihn, er kann ihn prüfen. Die KI ist für ihn wie ein Team von Agenten, das nach seinen Regeln arbeitet und nicht einfach drauflosprogrammiert.
"An mir geht keine Zeile Code vorbei, die nicht so ist, wie ich sie will." - Fabian
Ich habe das kurz eingeordnet für mich: Der Unterschied liegt im Anspruch. Vibe Coding ist Freestyle. Agentic Engineering ist Architektur. Wer nur vibe-codet, verliert irgendwann die Kontrolle über seine eigene Codebasis. Fabian hat das selbst erlebt, in seinen ersten Monaten, und aus diesen Fehlern eine Menge Regeln gebaut.
Wie er 100 plus Projekte gleichzeitig managed
Ich habe ihn direkt gefragt, weil es mich wirklich interessiert hat: Wie behält man bei über 100 Projekten den Überblick?
Seine Antwort war überraschend konkret. Er hat drei Monitore. Links immer Frontend, rechts immer Backend, in der Mitte Middleware und Fachlichkeit. In jedem Bildschirm laufen mehrere Sessions gleichzeitig, insgesamt zwischen 9 und 15 gleichzeitig.
Er trackt Projekte ganz simpel über Ports. Jedes Projekt bekommt einen eigenen Port, damit sie sich nicht gegenseitig blockieren. Damit weiß er immer, was wo läuft. Aktuell ist er bei Port 102 oder 103.
Was er dabei betont hat und was ich sofort notiert habe:
- Das eigentliche Trainingsprogramm ist das Gedächtnis. Man muss lernen, sich an neun parallele Baustellen zu erinnern.
- Die neue Langsamkeit ist der Mensch selbst. Nicht die KI. Nicht der Code. Sondern das eigene Denken, Entscheiden, Briefen.
- Fehler passieren fast nur noch in der Fachlichkeit, nicht mehr im Code. Er hat mir ein Beispiel erklärt: Auf seiner Seite über Segelclubs wurden Bilder eingefügt, die Kirchen und Supermarktparkplätze zeigten statt Seen. Weil er vergessen hatte, der KI zu sagen, dass sie prüfen soll, ob auf dem Bild wirklich Wasser zu sehen ist.
Das fand ich ehrlich gesagt erfrischend ehrlich. Technische Fehler passieren kaum noch. Fachliche Fehler passieren ständig, weil man selbst zu schnell ist.
KI-Wikis, Affiliate-Seiten und geparkte Domains
Fabians SEO-Strategie ist nicht auf eine Nische beschränkt. Er baut gerade an sehr verschiedenen Projekten parallel:
- KI-Wikis mit tausenden Unterseiten, zum Beispiel für den SEO Day oder über Fahrradthemen
- Affiliate-Vergleichsseiten wie waschmaschine.de
- Eigene Produkte und eine eigene Marke im Hundebereich, mit Ölen und Kapseln
- Verzeichnisse wie einen Segelclub-Finder, der nach Bootsklassen filtert
- Geparkte Domains als Spielfeld für Content, den er im Auftrag von Domainern bespielt
Zu den Wikis hat er mir erklärt, wie er gegen Halluzinationen vorgeht. Ein Artikel wird nicht einmal generiert und fertig. Der Inhalt läuft intern durch mehrere Runden, in denen KI-Agenten sich gegenseitig kontrollieren, überarbeiten und prüfen. Fabian nennt das selbst: ein Prozess, der einem echten Redaktionsteam ähnelt, ohne ChatGPT-Copy-Paste.
"Das ist wie ein Team, das da arbeitet. Nicht so Chat-GPT-mäßig, Prompt rein, Copy-Paste raus." - Fabian
Während der Aufnahme hat Fabian mir seine Seite radmarkt.com in der Search Console gezeigt. Sie ging Ende November live und hatte zuletzt noch einmal einen Peak im Traffic. Für ein komplett KI-generiertes Wiki kein schlechtes Zeichen.
Wichtiger Hinweis, den ich ausdrücklich festhalten will: Einige der Taktiken, die Fabian einsetzt, bewegen sich im Graubereich der Google-Richtlinien. Massenhaft KI-Content, automatisierter Outreach in vielen Ländern, Expired Domains als Contentfläche. Das kann funktionieren. Es kann aber auch gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen. Was Fabian macht, ist ein Experiment mit klarer Risikobereitschaft. Für Unternehmenswebseiten wäre ich da deutlich vorsichtiger.
Linkbuilding mit Eventkalendern in vielen Ländern
Dieser Teil unseres Gesprächs hat mich wirklich überrascht. Fabian hat eine Linkbuilding-Strategie für den SEO Day entwickelt, die simpel klingt und es in der Idee auch ist: Er sucht Websites mit Eventkalendern und fragt an, ob der SEO Day aufgenommen werden kann. Legitim, inhaltlich passend, kein Spam.
In Deutschland hat er damit rund 15 Links bekommen. Dann hat er die gleiche Logik auf andere Länder ausgeweitet, in denen Google aktiv ist, und das sind über 200. Seitdem kommen täglich Backlinks aus Spanien, Italien und Ländern, die er vorher kaum kannte.
Der Kern daran: Die Strategie selbst hat ein Mensch entwickelt. Die KI setzt sie um. Und genau das ist der Punkt, den er immer wieder betont hat:
"Das Flywheel muss von Menschen kommen. Die KI baut es nicht für dich." - Fabian
Das hat bei mir direkt Klick gemacht. Ich sehe das genauso. KI ist ein Werkzeug, kein Stratege. Wer glaubt, er kann einfach fragen "Bau mir ein profitables SEO-Flywheel", wird enttäuscht sein. Die Idee muss trotzdem aus dem eigenen Kopf kommen.
Die Google Search Console als einzige Wahrheit
Ein Punkt, bei dem ich sofort zugestimmt habe: Fabian misst Erfolg nicht über Rank-Tracking-Tools. Er misst ausschließlich über die Google Search Console.
Seine Begründung ist knapp und treffend: Du weißt bei Positionen gar nicht, ob ein Keyword Traffic bringt. Du siehst nicht, ob Google überhaupt einen Link ausspielt. Du siehst keine echten Klicks. Die Search Console zeigt dir, was wirklich passiert.
Das sehe ich bei meinen Projekten genauso. Wer SEO betreibt, um gute Zahlen in seinem Tool zu sehen, optimiert am Ende für das falsche Ziel.
Sicherheit bei KI-generiertem Code
Ich habe ihn auch gefragt, wie er mit Security-Fragen umgeht. Ich fand seine Antwort ehrlich:
"Wenn menschliche Teams Software wirklich sicher machen würden, hätte es in den letzten Jahren keine Security-Probleme bei großen Firmen gegeben." - Fabian
Er argumentiert, dass KI nicht schlechter ist als Menschen, wenn du ihr sagst, worauf sie achten soll. SQL Injection, Cross-Site Scripting, Session Hijacking: Wenn du das als Anforderung mitgibst und automatisiert testest, wird es auch abgedeckt. Wenn du es nicht tust, ist es Glückssache, bei Menschen wie bei KI.
Er hat zusätzlich einen befreundeten Security-Experten aus Kanada, der seine Projekte regelmäßig scannt. Die Ergebnisse waren bisher unkritisch.
Was ich mir aus dem Gespräch notiert habe
Das sind die Punkte, die ich direkt nach der Aufnahme festgehalten habe:
- Memory-Training ist alles. Fabians Cursor-Setup hat er über 12 Monate trainiert. Wer heute anfängt, braucht Wochen, bis das System so reagiert, wie man es will.
- Test First als Paradigma. Vor jedem Live-Gang läuft bei ihm eine komplette Test-Suite. Das verhindert, dass alte Fehler wieder auftauchen.
- Konstante statt Variable. Sein Datenbankschema liegt als festes Create Statement vor, nicht als Changelog. Die KI berechnet daraus eigenständig die nötigen Migrationen. Ich fand das elegant gelöst.
- Spielplatzsuche als Linkbuilding-Strategie. Er hat ChatGPT gefragt, welche Themen von Behörden gerne verlinkt werden. Die Antwort: Spielplatz-Übersichten. Jede Gemeinde verlinkt sie. Simpel, aber wirkungsvoll.
- Skalierung ohne Personal. Fabians Ziel ist es, Agenten so einzurichten, dass sie eigenständig Projekte aufsetzen, hochladen und online stellen. Er schaut sich das Ergebnis nur noch an.
Mein Fazit
Ich bin aus diesem Gespräch rausgegangen und hatte das Gefühl, dass wir gerade in einer Phase sind, die wir in ein paar Jahren als den echten Wendepunkt bezeichnen werden. Denn ein einzelner Mensch mit dem richtigen Setup, dem richtigen Mindset und einer guten Portion Ausdauer Dinge baut, für die früher zehn Leute gebraucht wurden.
Am meisten beeindruckt hat mich bei Fabian die Konsequenz, mehr noch als die Anzahl der Projekte. Er hat sich ein System aufgebaut, über Monate, mit vielen Fehlern, mit wenig Schlaf, und jetzt zahlt es sich aus.
Wenn du dich für KI-gestütztes SEO interessierst, hör dir die Folge unbedingt vollständig an. Ich habe oben nur einen Bruchteil davon zusammengefasst. Und wenn du selbst gerade baust oder anfangen willst: Schreib uns gerne in die Kommentare, was dein aktuelles Projekt ist. Fabian verlost übrigens ein Ticket für den SEO Day. Einfach kommentieren, liken oder teilen.
Hier geht es zur Podcastfolge: Agentic Engineering statt Entwickler-Team: 100+ SEO-Projekte allein mit KI | Fabian Rossbacher
Wenn du für dein Unternehmen Unterstützung bei SEO und GEO suchst, melde dich gern bei mir.
FAQ
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Vibe Coding und Agentic Engineering?
Antwort: Vibe Coding bedeutet, einfach draufloszupromten und zu hoffen, dass etwas funktioniert. Man versteht dabei nicht unbedingt, was der Code macht. Agentic Engineering ist strukturierter: Man kennt seinen Code, definiert Regeln und Prozesse, und die KI-Agenten arbeiten innerhalb dieses Rahmens. Fabian und ich haben genau darüber gesprochen, weil der Unterschied in der Praxis massiv ist, vor allem wenn Projekte komplexer werden.
Frage: Wie viele Projekte kann man realistisch alleine mit KI betreiben?
Antwort: Fabian ist bei über 100 und sagt, dass er bald auf zwei bis drei neue Projekte pro Tag kommen will. Realistisch ist das für die meisten Menschen nicht sofort. Es braucht ein trainiertes System, klare Strukturen und einige Monate Erfahrung, bis man wirklich so skalieren kann. Aber selbst zehn bis zwanzig Projekte parallel sind mit dem richtigen Setup machbar.
Frage: Ist KI-generierter Content ein Risiko für SEO?
Antwort: Ja, das Risiko ist real. Fabian bewegt sich bewusst in einem Graubereich. Massenweise KI-Content kann gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen. Was bei Fabian funktioniert, liegt daran, dass er Prozesse entwickelt hat, die Qualität sicherstellen: mehrere Überarbeitungsrunden, gegenseitige Prüfung durch verschiedene KI-Instanzen, und Content, der strukturell wirklich Mehrwert liefert. Für Unternehmenswebseiten würde ich das Risiko anders bewerten als für Experimente auf eigenen Domains.
Frage: Warum ist die Google Search Console wichtiger als Rank-Tracking-Tools?
Antwort: Weil sie echte Klicks zeigt statt geschätzter Positionen. Rank-Tracking-Tools zeigen dir, wo du für ein Keyword theoretisch stehst. Ob dieser Keyword-Eintrag überhaupt Traffic bringt, siehst du nur in der Search Console. Fabian und ich sind da einer Meinung: Die Search Console ist die einzige verlässliche Quelle, wenn es um organische Performance geht.
Frage: Wie geht man als Einzelperson das Thema Linkbuilding mit KI an?
Antwort: Fabians Ansatz ist ein gutes Vorbild. Erst überlegen, welche Art von Links inhaltlich Sinn macht. Dann eine skalierbare Outreach-Logik entwickeln, zum Beispiel Eventkalender für Konferenzen oder Behördenverzeichnisse für lokale Themen. Die KI übernimmt dann die Recherche und den Erstversand, aber die Strategie dahinter kommt vom Menschen. Automatisierter Massen-Outreach ohne inhaltlichen Fit kann schnell nach hinten losgehen, das sollte man im Hinterkopf behalten.
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